Die ersten Frauen in der Politik

Ich freue mich sehr und finde es herausragend, dass unser Ministerpräsident Christian Wulff, Aygül Özkan, als erste deutsche Ministerin mit Migrationshintergrund ins Amt berufen hat. Migranten sind ein Teil unserer Gesellschaft und als solche gehören sie zu uns.

Die ersten Frauen in der Politik haben Parlamentsgeschichte geschrieben. Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) zum Beispiel war 1961 die erste Frau, die das Amt einer Ministerin bekleidete. Als Bundestagsabgeordnete setzte sie sich 1957 beharrlich gegen die Stichentscheids-Klausel ein, die das Letztentscheidungsrecht des Mannes in allen Eheangelegenheiten vorsah. Sie stimmte gegen die Regierungsfraktionen CDU/CSU, GB/BHE und DP und sorgte damit dafür, dass das Gesetz ohne die Klausel verabschiedet wurde.

Annemarie Renger (SPD) wurde 1972 als erste Frau in das Amt des Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt. Die Kandidatur ging von ihr aus. „Ich habe mich in der Fraktion selbst für das Amt des Bundestagspräsidenten vorgeschlagen. Glauben Sie, man hätte mich sonst genommen?“, sagte sie später dazu. Ihre Kandidatur wurde von einigen als Provokation empfunden.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) wurde 1992 erste Justizministerin. Aus Protest gegen den Großen Lauschangriff erklärte sie 1996 ihren Rücktritt. Der Große Lauschangriff wurde 1998 beschlossen. Daraufhin erhob Leutheusser-Schnarrenberger Verfassungsbeschwerde. Das Bundesverfassungsgericht erklärte das Gesetz teilweise für verfassungswidrig.

Angela Merkel ist unsere erste Bundeskanzlerin und belegt immer wieder, dass sie Durchsetzungskraft hat. Sie hat die CDU modernisiert.

Die ersten Frauen in der Geschichte waren Vorkämpferinnen für ein Stück Normalität und trugen zur Entwicklung der Gleichberechtigung bei. Dafür mussten sie gegen den Strom schwimmen.

Ich wünsche unserer niedersächsischen Ministerin bei ihren neuen Aufgaben ganz viel Erfolg.

Ihr

Dirk Toepffer