Die Lasten der Bahn – Gütertransport auf die Schienen verlagern

Die Deutsche Bahn hat ein Ziel vor Augen: den Gütertransport von der Straße auf die Schienen zu verlegen. Interessant zu sehen, denn auch der Schiffsgüterverkehr verfolgt das Ziel, mit den LKWs als Transportmittel zu konkurrieren. Konkurrenzdenken wird es dann wohl in naher Zukunft zwischen den Schienen und dem Wasser geben. Was wird wohl effizienter sein? Erlaubt seien ein paar Gedanken am Rande. Derzeit bringen uns aber LKWs alles was wir für unseren täglichen Bedarf brauchen.

Zurück zu den rollenden Wagons: die DB hat einen klaren Plan vor Augen. Dieser ist nicht utopisch, denn deutlich sauberer als der Straßengüterverkehr ist der Schienengüterverkehr. Und noch ein Sahnehäubchen gäbe es: zusätzlich freuen sich die Autofahrer. Ein paar LKWs weniger auf den Bundesstraßen und Autobahnen und es fährt sich gleich wesentlich entspannter. Besser für die Umwelt – stressfreier für die restlichen Verkehrsteilnehmer. Klingt einfach, natürlich nur unter der Bedingung, dass die LKWs kampflos das Feld verlassen und hier beginnt die Utopie.

Neben den positiven Effekten gibt es allerdings auch einen Aspekt, welcher auf kontroverse Diskussionen stößt: der Streckenausbau. Mehr Schienengüterverkehr bedeutet mehr Strecken, damit die zunehmende Verkehrsentlastung nicht zu einer Überlastung des Bahnverkehrs führt. Damit würde nur das Gegenteil angestrebt werden und sich der Ärger verlagern. Schon bei dem Bahnprojekt Stuttgart 21 hat man erleben dürfen, wie stark ein Ausbau auf negative Ansichten stoßen kann. Auch die Neubaustrecke von Berlin über Nürnberg nach München trifft auf geteilte Meinungen. Insbesondere das Thema „Kosten“ ist präsent. Wer bezahlt? Die Bahn aus eigener Tasche und zusätzlich der Staat aus dem Steuergeldkessel? Nichtsdestotrotz ist der Streckenausbau wohl sinnvoll und mit angestrebten 20 Prozent Marktanteil profitiert auch der Güterverkehr von der Netzerweiterung. „Luft schaffen“ und möglichste unkompliziert und ohne Verzögerungen ans Ziel kommen.

Doch bevor jegliche ehrgeizige Ziele erreicht werden können, sollten erst einmal einfache, aber dennoch ernstzunehmende Hürden überwunden werden: der Schienengüterverkehr schreibt momentan noch rote Zahlen, welche zu allererst schwarz werden sollten. Dieses Jahr soll sich das noch ändern, Bahnchef Grube ist optimistisch. Erster Weg zum Ziel: der Wille – der ist definitiv vorhanden. Der Betriebsgewinn soll gesteigert werden. Jedoch muss ein schwieriger Spagat gemacht werden: Preise für Kunden um vier bis acht Prozent anheben, was jedoch konjunkturabhängig ist, Kosten unter Kontrolle bringen – der Güterverkehr habe zu viele Mitarbeiter – aber Stellenabbau sei keine Option. Zumindest wird mitarbeiterfreundlich gedacht. Die Lösung soll so einfach wie genial sein: effektive Steuerung des Güterwageneinsatzes, sowie die Wartung dieser sollen der Schlüssel zur Senkung der Ausgaben sein. In der Theorie gut, um erst einmal Einsparungen zu haben, doch dies muss auch in der Praxis umzusetzen sein – wohl der schwierigere Teil.

Ihr
Dirk Toepffer