Frauen – auch in Führungspositionen das schwächere Geschlecht?!
Die Debatte nimmt kein Ende: zu wenig Frauen in Führungspositionen – offensichtliche Benachteiligung oder mangelndes Durchsetzungsvermögen, womöglich gekoppelt mit fehlender Kompetenz?
Das Ausüben einer Führungsposition bringt das Tragen von viel Verantwortung, sowie – man mag es glauben oder nicht – einen Berg von Arbeit mit sich, den es zu bewältigen gilt. Man kann der Ansicht sein, dass Frauen weniger belastbar sind als Männer oder ihnen sogar der Ehrgeiz, der nötige „Biss“ fehlt, um sich bei seiner Belegschaft durchzusetzen und Respekt zu verschaffen. Frauen – eben das schwache Geschlecht. So denken wohl viele. Doch sollte man bei der Suche nach der Ursache dafür, dass – und man möge hier bedauerlicherweise „nur“ sagen – laut des Statistischen Bundesamtes 27,7% der Frauen in deutschen Privatunternehmen (Höchststand im Jahre 2010) den Weg auf einen Chefsessel gefunden haben, nicht nur an der Oberfläche kratzen.
In diesem Falle hat es nicht viel mit mangelnder Kompetenz oder gar fehlendem Ehrgeiz zu tun. Frauen sind nämlich in Deutschland sogar durchschnittlich besser ausgebildet als Männer und zudem meist zielstrebiger. Warum mischen dennoch – in Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten stehen sogar nur 16,9% der Frauen an der Spitze – nur so wenig Frauen in hohen Führungspositionen mit?
Doch wer will schon als eine „Quotenfrau“ bezeichnet werden? Jede Frau will sich doch ihre Würde bewahren und sich mit eigener Kraft, Motivation und Kompetenz ihren Weg zur Betriebsspitze bahnen. Mit Intelligenz und Durchsetzungsvermögen soll geglänzt werden – den Respekt erkämpft man sich eher weniger durch die Tatsache, dass man eine verantwortungsvolle Position nur aufgrund einer gesetzlichen Frauenquote innehat. In diesem Fall werden aber wohl nur die Frauen ohne Familie betrachtet.
Was ist aber mit denjenigen, die kleine Kinder zu Hause haben, aber nichtsdestotrotz Karriere machen möchten? Karriere – vereinbar mit der Familie? Viele Frauen haben heutzutage einen Hochschulabschluss, möchten arbeiten, aber dennoch eine Familie gründen. Sie machen auch grob die Hälfte der Bevölkerung aus, also warum sollen sie dann nicht auch gleichberechtigt verantwortungsvolle Posten in Unternehmen besetzen? Es ist sogar bewiesen, dass Firmen mit einer hohen Frauenquote ein besseres Ergebnis abliefern und rentabler arbeiten. Eine gesetzliche Frauenquote ist also insofern erst einmal sinnvoll, als dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau, wie es auch im Grundgesetz verankert ist, gefördert wird. Zugleich haben Frauen die Chance, so ihre Kompetenz und ihr Fachwissen zu zeigen. Somit soll die Frauenquote nur ein „Übergangshilfsmittel“ sein. Arbeitgeber sollen sehen, dass auch das weibliche Geschlecht dieselben Fähigkeiten haben kann wie das männliche Geschlecht.
Das wird dann hoffentlich dazu führen, dass die Wirtschaft familienfreundlicher wird – betriebseigene Kitas – und Frauen, sowie Männer, im Einstellungsverfahren aufgrund ihrer Fähigkeiten, ganz unabhängig von ihrem Geschlecht, beurteilt werden und somit auf einem Level stehen. Für die Frauen wäre dies ein maximaler Gewinn: Vereinbarkeit von Familie und Job – und schlussendlich profitiert auch die Wirtschaft.
Ihr
Dirk Toepffer