Gefahr im Kinderzimmer – Verantwortung lernen!

Sonntag früh um halb acht: Der Nachwuchs steht putzmunter vor dem Bett seiner Eltern und kräht, ihm sei ja so langweilig.

Wer kannte diesen frühmorgendlichen Zustand am Wochenende nicht und das schlechte Gewissen, wenn man sich mühsam aus dem Bett quälte, verstohlen zum Videogerät schlich und „Benjamin Blümchen“ in das Laufwerk schob. Die nächsten zwanzig Minuten garantierten für eine ruhige erste Tasse Kaffee zum Wachwerden.

Heute schöpft der Nachwuchs aus dem vollen Programm. Schon Zweijährige wissen,  welche Knöpfe auf den Gameboys ihrer Geschwister sie zum nächsten Level bringen. Fünfjährige horten  bereits mehrere Generationen ihrer elektronischen Spielgefährten im Kinderzimmerregal. Zehnjährige legen mindestens zu Weihnachten Wert auf das aktuellste I-Phone und laden die Apps reihenweise herunter. Mit zwölf ist nicht selten der Nachwuchs in seiner Interneterfahrung den Kinderschuhen entwachsen und surft tagtäglich mehr oder weniger unkontrolliert durch alle „Sphären“, chattet, postet sich durch Sozial Networks  und verkauft und erwirbt nebenbei seine elektronischen Weggefährten bei Ebay. Highlight am Wochenende sind Lan-Parties und die überreizten knallroten Äuglein bringen die Augenärzte zur Verzweiflung.

Wer wundert sich da noch über die Aussage einer vom  Bundesgesundheitsministerium geförderten Studie: 560.000 Deutsche süchtig nach dem Online-K(l)ick! Die Internetsucht sei besonders in der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen weit verbreitet, wobei Mädchen stärker als Jungen betroffen wären. Das Suchtverhalten der Mädchen drücke sich durch exzessives Nutzen von sozialen Netzwerken und bei den süchtigen Jungen durch das übermäßige Onlinespielen aus.

Zugegeben, wir können uns der Technologie grundsätzlich nicht verweigern und wer hat nicht schon mal stolz von seinem Nachwuchs erzählt, wie der Steppke neulich die Bundesligaergebnisse dem Internet entlockte.

Eines können wir Eltern aber ganz gewiss: das Maß der Nutzung bestimmen, den bewussten und sicheren Umgang mit den Neuen Medien an unsere Kinder weitergeben. Internetsucht entsteht meines Erachtens nicht allein durch die Nutzung, sondern durch die Suche nach Anerkennung, Aufwertung des Selbstbewusstseins oder Flucht aus Stresssituationen.

Achten Sie gut auf Ihre Kinder.

Ihr Dirk Toepffer