IG Metall – eiserner Kampf um besseren Tarifvertrag

Es wurde gekämpft, was das Zeug hält, anfangs waren sogar unbefristete Streiks geplant. 3,6 Millionen Menschen sind in der Metallbranche beschäftigt und hatten u.a. eine Forderung: 6,5 Prozent mehr Gehalt bekommen – an diesem Ziel wurde bis zum bitteren Ende festgehalten. Als „Schlüsselbranche“ bezeichnet, als „Siegerbranche“ aus der Tarifverhandlung mit den Arbeitgebern herausgegangen: die Metaller sind generell zufrieden, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Herausgesprungen sind nach zähen Verhandlungen Samstagnacht satte 4,3 Prozent mehr Reallohn. Auch über andere Punkte konnte – im Nachhinein mehr oder weniger zufriedenstellend – verhandelt werden. Die Verhandlungen fanden in Baden-Württemberg statt, doch der neue Vertrag soll bundesweit übernommen werden: für gleiche Bedingungen in der Metallindustrie.

Seit zwanzig Jahren ein Tarifabschluss der Extraklasse, denn nur im Jahre 1992 konnte mit einer Erhöhung von 5,4 Prozent ein für die Metallbranche besseres Ergebnis erzielt werden. Durch die Augen der Gewerkschaft IG Metall ein akzeptables Ergebnis. Die schlussendliche unangenehme Spannung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft ist in friedliche Entspannung übergegangen.

Nichtsdestotrotz ist der neue Vertrag in manchen Punkten nicht ganz „gefestigt“, was bedeutet, dass es für die Arbeitnehmer viele Möglichkeiten gibt, beispielsweise die Auszubildenden nach bestandener Abschlussprüfung unter Umständen doch nicht zu übernehmen. Vorteile möchte sich natürlich jeder verschaffen, in diesem Fall besteht die Arbeitgeberseite auf ihre über Jahre schwer erkämpfte persönliche Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. Azubis werden unbefristet übernommen, jedoch nur, wenn das die jeweilige Arbeitslage zulässt, sprich, auch wirklich Arbeitskräfte benötigt werden. Man hoffe also in diesem Fall auf eine gute wirtschaftliche Lage – die Chance auf eine Übernahme ist höher.

Die Gewerkschaft kann für sich einen weiteren Erfolg verbuchen: Laut neuem Tarifvertrag sollen Leiharbeiter, die seit mindestens 18 Monaten in einem Betrieb arbeiten, ein Angebot für eine unbefristete Festanstellung bekommen. Die Zeitarbeit ist für viele Arbeitsuchende ein Türöffner in das Erwerbsleben und die neue Regelung eine Chance dauerhaft beschäftigt zu werden. Zugleich brauchen die Unternehmen aus der Zeitarbeit auch künftig flexible Möglichkeiten über Neueinstellungen zu entscheiden. Dieses Interesse wird mit der neuen Regelung, nach eineinhalb Jahren fest anstellen zu können, gewahrt.

Ihr

Dirk  Toepffer