Ratingagenturen – Marktlage wird bewertet

Vor noch nicht allzu langer Zeit sind sie wie Unkraut aus dem Boden geschossen: Ratingagenturen. Besonders die Agentur Standard & Poors, angesiedelt in den USA, schreckt vor schnellen und drastischen Abwertungen der Bonitäten von Firmen und Staaten nicht zurück.

Mit Griechenland hat es begonnen, nun geht es Schlag auf Schlag weiter. Selbst die USA mussten sich dem knallharten Rating von Standard & Poors stellen und der bitteren Realität ins Auge blicken – die Kreditwürdigkeit wurde herabgestuft, die USA haben ihre Topbonitätsnote „AAA“ verloren. Doch der Rundumschlag der Agentur hat erst begonnen. Laut SPIEGEL ONLINE hat S&P die Kreditwürdigkeit von weiteren neun Ländern herabgestuft. Unter anderem haben Frankreich und Österreich ihre Top-Bewertung verloren.
Momentan scheint sich die ganze internationale Staatenwelt von den Einschätzungen Dritter beeinflussen, ja gar einschüchtern zu lassen. Die Marktlage wird permanent bewertet. Es ist kein Geheimnis: die Finanzkrise haben wir noch nicht hinter uns gelassen. Doch besonders jetzt ist kollektives Arbeiten der Länder von hoher Wichtigkeit. Der Wille ist da – „Abwarten und Tee trinken“ ist zurzeit das falsche Motto. Wer will sich schon die eigenen Zügel aus der Hand nehmen lassen und seine eigene Lage, bzw. die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen, von kommerziellen Agenturen „einschätzen“ lassen, nur um hinterher wissen zu können, wie weiter vorgegangen werden muss? Wohl eher niemand. Sich seinen Weg aus der Krise heraus erschweren zu lassen, das darf nicht sein. Der Ruf der Ratingagenturen, besonders in Europa, ist drastisch in den Keller gerutscht.
„CDU will Macht der Ratingagenturen begrenzen“ – so der Titel der Financial Times. Richtig so, besonders unsere Bundeskanzlerin steht hinter der Idee, den Einfluss, nicht nur von S&P, in Deutschland deutlich einzuschränken. Wie wir alle wissen, ist es einfacher ohne Hindernisse aus einer schwierigen Situation herauszukommen – doch besonders S&P scheint hartnäckig dagegenzuarbeiten. Noch kann sich Deutschland über die Bestnote freuen – hoffen wir alle das Beste. Doch durch die zahlreichen Herabstufungen könnte die Belastung für Deutschland, bzgl. des Euro-Rettungsschirms zusätzlich steigen – aber für 211 Mrd. Euro wird garantiert.
Bleiben wir optimistisch und zielorientiert – hoffen wir auf einen schnellen Weg aus der Krise ohne weitere, von S&P gelegte, Steine im Weg.