Wulff for President!

Wer sich ein wenig mit Christian Wulffs Lebenslauf beschäftigt, wird schnell feststellen, dass er weiß, dass das Leben wellenförmig verlaufen kann. Er kennt den Misserfolg und den Erfolg. So hat Wulff die Landtagswahlen in Niedersachsen zweimal verloren. Sein dritter Anlauf 2003 führte zum Erfolg. Ausdauer und Durchsetzungskraft sind wichtige Eigenschaften, die das Amt eines Bundespräsidenten ausmachen.

Wulff kann aber noch mehr: Dass er kein „Ja-Sager“ ist, belegte er bereits als junger Chef der Jungen Union auf seinem ersten Parteitag. Wulff versuchte Widerstand, gegen die von Kohl geforderte Amnestie gegen die Parteispender, zu mobilisieren. Die CDU, CSU, SPD und die FDP hatten in der Flick-Parteienaffäre mit den entgegengenommenen Spenden gegen die Regeln des Parteiengesetztes verstoßen. Es bestand der Verdacht auf Bestechung.
Ein Bundespräsident muss zwischen Politik und Gesellschaft Brücken bauen können. Das ist mittlerweile allgemein bekannt. Das konnte unser Ministerpräsident mit der Berufung der Ministerinnen Aygül Özkan und Prof. Dr. Johanna Wanka zeigen. Özkan ist die erste Ministerin mit Migrationshintergrund. Prof. Dr. Wanka ist die erste ostdeutsche Politikerin in einem westdeutschen Kabinett.

Wichtig ist der Zugang sowohl zu jungen Menschen als auch zu Senioren. Einfühlungsvermögen gegenüber Älteren trug er schon als junger Mann in sich. Wulff hat einst seine Mutter gepflegt, die an Multiple Sklerose erkrankt war. Er hat eine Tochter im Teenager-Alter, sein Sohn ist zwei Jahre alt. Beide sorgen dafür, dass er das Verständnis für die jüngeren Generationen nicht verliert.
Es gibt noch einen erheblichen Aspekt, auf den hingewiesen werden muss: Wenn ein Bundespräsident anderer Auffassung ist als die Bundesregierung, kann er im vertraulichen Gespräch mit der Öffentlichkeit drohen. Dieses Instrument kann aber nur jemand einsetzen und auf die Zukunftsfragen dieses Landes hinwirken, der jahrzehntelange Erfahrung in der Politik vorweisen kann. Wulff kann das!

Ihr
Dirk Toepffer